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Elterliche Kindesentführung nach Japan

Ihr (Ehe-)Partner ist mit Ihrem Kind in Japan und verwehrt Ihnen den Kontakt zu Ihrem Kind?
Ihr Partner hat Ihnen mitgeteilt, dass er/sie mit dem Kind länger als geplant in Japan bleibt und vorerst nicht nach Deutschland zurückkehrt?
Ihr Partner ist ohne Ihr Wissen und/oder ohne Ihre Zustimmung mit Ihrem Kind nach Japan gereist?

Sie müssen unverzüglich handeln!
Kontaktieren Sie uns unter kontakt@japan-kindesentfuehrung.com

Wir sind ein Netzwerk von deutschen Eltern mit Kindern in Japan. Als zurückgelassene Eltern (sogenannte Left-behind parents, LBPs) haben wir gemein, dass wir keinen Kontakt mehr zu unseren Kindern in Japan haben.

Unsere Mission

Wir unterstützen uns gegenseitig in der schwierigen Situation, zum einen durch Beistand und zum anderen durch Austausch von relevanten Informationen und Vermittlung von wichtigen Kontakten (z.B. Anwälte und Mediationsstellen in Japan und in Deutschland). Gerade für LBPs, die kein japanisch sprechen, kann die Hilflosigkeit bzgl. der Situation in Japan erdrückend sein.

Gleichzeitig wollen wir auf die Missstände unserer Situation aufmerksam machen. Wir machen der deutschen Politik und Zivilgesellschaft klar, dass es sich bei uns nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass in Japan systematisch Menschenrechtsverletzung von Kindern und Eltern stattfindet. Die deutsche Politik kann und muss hier helfen, um deutsche Staatsbürger zu schützen. Nur internationaler Druck auf die japanische Regierung („Gai-atsu“) kann eine Änderung der Rechte erwirken.

Wir kooperieren mit weiteren Organisationen und Initiativen von internationalen LBPs mit Kindern in Japan.
Wir haben alle individuell ein tragisches Schicksal, aber wir sind nicht allein.

Rechtliche Situation: Japan als schwarzes Loch für Kindesentführung

Japan ist international für sein desaströses Rechtssystem in Sachen Kindesentführung bekannt. Das japanische Recht kennt kein gemeinsames Sorgerecht, kein Umgangsrecht und vor allem keine rechtliche Möglichkeit, die Übergabe des Kindes (und sei es für eine kurze Zeit während des Umgangs) durchzusetzen. Selbst die Existenz eines einseitigen Sorgerechts des zurückgelassenen Elternteils (ob durch ein internationales oder japanisches Gericht) hilft nicht, solange das Kind bei dem japanischen Elternteil ist und dieses den Zugang verwehrt. Sogar in dem Fall, dass der japanische Elternteil verstirbt, können die japanische Großeltern den Kontakt und die Übergabe des Kindes an das zurückgelassene Elternteil verwehren, wie es schon mehrfach vorgekommen ist.

Dies gilt übrigens auch für nationale Kindesentführungen unter rein japanischen Eltern. In der Regel wird deswegen vom japanischen Gericht dem entführenden Elternteil (zu englisch taking parent, TP) das alleinige Sorgerecht zugesprochen, da das Gericht sonst seine Entscheidung nicht durchsetzen kann.

Japan ist im April 2014 dem Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ) beigetreten. Dies hat scheinbar in einigen Fällen zumindest dazu geführt, dass das japanische Elternteil unter Androhung von Druck (mehr oder weniger) freiwillig mit dem Kind ins Ausland zurückgekehrt ist oder einem Umgangsrecht zugestimmt hat. Eine gerichtliche Zwangsvollstreckung einer angeordneten Rückführung oder eines vereinbarten Umgangsrechts gegen den Willen des entführenden Elternteils hat es dagegen bislang offenbar noch nicht gegeben, da die rechtlichen Mittel hierzu fehlen.

Umstände der Kindesentführung

Im Regelfall findet die Entführung durch das japanische Elternteil statt, welches eines oder mehrere Kinder nach Japan nimmt und dort dem Kontakt des zurückgebliebenen Elternteil entzieht.

Die Reise nach Japan findet in den meisten Fällen im Rahmen eines Heimaturlaubs des entführenden Elternteils bei den Schwiegereltern statt; anschließend wird einseitig beschlossen, dort zu bleiben und nicht zurückzukommen. Oftmals werden Depressionen oder andere schwierige Umstände in Deutschland als Vorwand genannt, nicht zurückzukehren. Umstände, die anfangs temporär erscheinen, verwandeln sich dann in einen permanenten Zustand.

In selteneren Fällen findet auch eine aktive Verschleppung des Kindes nach Japan statt, wo die Ausreise ohne das Wissen des LBP stattfindet. Hier werden oft Gründe wie häusliche Gewalt (domestic violence, DV) als Grund für die „Flucht“ genannt. Häusliche Gewalt wird in Japan als Grund gesehen, den entführenden Elternteil zu schützen (auch durch die Polizei); auch wenn sich diese Vorwürfe später meistens als haltlos oder erfunden herausstellen, sind dann schon durch die Entführung unumkehrbare Fakten geschaffen worden.

Kontakte und Organisationen

Zentrale Behörde im Bundesjustizamt (BJA) im Rahmen des Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ)
Website
Die Zentrale Behörde ist Ihre Anspruchstelle für Anträge auf Rückführung nach Deutschland und für Anträge auf Umgang im Rahmen von HKÜ. Die Rückführung selber muss bei einem japanischen Gericht beantragt werden; das BJA kann aber die offizielle Unterstützung der japanischen Zentralen Behörde vermitteln, die finanzielle und prozessuale Hilfe leistet.

Achtung: Anträge auf Rückführung müssen innerhalb von 12 Monaten nach Entführung stattfinden. Anträge auf Umgang können im (unwahrscheinlichen) Idealfall zwar in einer gerichtlichen Regelung zum Umgang führen; diese Regelung ist aber nicht rechtlich durchsetzbar.

MiKK e.V. (Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten e.V.)
Website
Verein mit Sitz in Berlin, der auf internationale Kindesentführung spezialisiert ist. MiKK vermittelt Mediatoren und Anwälte in Japan. MiKK führt Mediationen zwischen TPs und LBPs durch, u.a. auch in binationalen Verfahren mit japanischen Mediationszentren zusammen. Es gibt dazu auch ein binationales Projekt mit Japan, mehr Infos hier.

Kizuna CPR (Child Parent Reunion)
Website
Verein mit Sitz in Japan von internationalen LBPs mit Kindern in Japan. Der Verein hat eine Facebook-Seite mit aktuellen Medienberichten zu dem Thema ). Er vernetzt LBPs und leitet Initiativen in Japan und im Ausland. Außerdem hilft er bei der Lokalisierung von Kindern, falls der Aufenthaltsort des Kindes unbekannt ist.

BACHome  (Bring Abducted Children Home)
Website
Vereinigung von amerikanischen LBPs mit Kindern in Japan.

ISSJ (International Social Service Japan)
Website
Der internationale Sozialdienst in Japan kann helfen, eine Umgangsregelung herbeizuführen. Dies geschieht jedoch auf rein freiwilliger Basis, d.h. nur, falls die Gegenseite zustimmt.

Japan Child Abduction
Website
Eine Website für europäische LBPs mit Kindern in Japan.

Medienberichte und weitere Informationsquellen

Aktuelle und neue Medienberichte
Die folgenden Websites haben durchgehend Verweise auf aktuelle Berichte zu dem Thema:

Bei der australischen Seite LBPstories werden in 1-stündigen Podcasts die dramatischen Schicksale von LBPs und deren Umgang mit der Situation beleuchtet. Japanbezug haben zumindest die folgenden bisherigen Episoden: 1 (Paul Brown), 2 (Bruce Gherbetti), 3 (Eric Kalmus), 5 (Jeffrey Morehouse), 6 (Paul Toland), 9 (Daniel Wass), 15 (Randy Collins), 22 (James Cook), 23(John H. LaDue), und 32 (Brian Prager).  In Folge 27 wird auch unsere Website hier erwähnt. Zur Website

Das US State Department (Außenministerium) veröffentlicht jährlich einen Bericht zur internationalen Kindesentführung. Hier wird die Befolgung der HKÜ pro Land (auch für Japan) beobachtet anhand der Auswertung aller Einzelfälle von amerikanischen Bürgern. Im Bericht von 2018 wird Japan als „rot“, d.h. „non-compliant“ eingestuft, zusammen mit Ländern wie China, Peru oder den Emiraten. Zur Website

Einzelne Artikel und Berichte
Der Spiegel
beleuchtet das Thema im Detail und porträtiert das Schicksal von zwei deutschen LBPs aus unserem Netzwerk (Februar 2018) hier.
Die Sueddeutsche Zeitung hat ebenfalls einen detaillierten Artikel über deutsche LBPs aus dem Netzwerk veröffentlicht (November 2018).
Einen weiteren Bericht (von 2015) auf deutsch zur Lage in Japan gibt es im Handelsblatt hier.

Es gibt häufig Artikel in der Japan Times; ein sehr detaillierter Artikel von Mai 2017 ist hier.

Der Fall von Amerikaner Thomas Cook, dessen gerichtliche Rückführungsanordnung in Japan zweimal scheiterte, wird u.a. auch in der Washington Post beleuchtet.
Anlässlich zu der Entscheidung in diesem Fall hat die Japan Times einen sehr treffenden Kommentar veröffentlicht (Dezember 2017).
Die USA Today berichtet zu einer Anhörung im US-Kongress hier (April 2018).

Ein italienischer Fall hat auch viel Medienaufsehen erregt. Es handelt sich hier um einen Italiener, dessen Kinder mit einer japanischen Frau in Frankfurt geboren wurden und der dann mit der Familie nach Japan zog, wo dann die Frau die Kinder zur Schwiegermutter entführt hat. Nachdem mehrere italienische Zeitungen (z.B. La Stampa, Corriere della Sera) darüber berichteten, wurde der Fall sogar im japanischen und im italienischen Parlament thematisiert. Die Artikel sind in englischer und japanischer Übersetzung auf der Seite von Kizuna CPR abrufbar. (4 verschiedene Artikel).
Daraufhin haben 7 italienische Väter mit gleichem Schicksal einen Brief an den italienischen Präsidenten verfasst. Hierzu wurde in weiteren italienischen Medien berichtet. Eine englische Übersetzung gibt es hier. Einen weiteren Artikel über einen italienischen Vater wurde in der Linkiesta veröffentlicht, englische Übersetzung gibt es hier.

Auch die französische Presse (La Liberation) hat einen Bericht zu dem Thema und zu französischen Vätern mit gleichem Schicksal verfasst (Februar 2018), eine englische Übersetzung gibt es hier.
Die französische Presseagentur AFP hat im Oktober 2018 einen Bericht über das Schicksal von mehreren Vätern aus Frankreich, Kanada und den USA gebracht, wo hervorgehoben wird, dass in Japan selbst Gerichtsurteile nicht umgesetzt werden können und deswegen nicht weiterhelfen.

In der japanischen Presse ist das Thema der internationalen Kindesentführung bislang in der Sankei Zeitung im April 2017 ausführlich thematisiert worden, eine englische Übersetzung gibt es hier.
Die Yomiuri Zeitung hat im März 2018 einen Bericht veröffentlicht, wonach bislang alle 6 gerichtlich angeordneten Vollstreckungen von Rückführungen gescheitert sind.
Eine Manga-Version zur Erklärung der Problematik ist im Oktober 2017 in der Zeitschrift President erschienen, eine englische Übersetzung gibt es hier.

In einem revolutionären Urteil hat der japanische Supreme Court im März 2018 erstmalig angeordnet, dass eine gescheiterte Rückführung nicht akzeptabel ist und den Fall zurück an den Nagoya High Court verwiesen. Es handelt sich hier um die Rückführung eines japanischen Kindes an den japanischen Vater in den USA. Erstmalig ist der Widerstand der Mutter als illegal und die Sicht des Kindes als nicht objektiv eingestuft worden. Nähres dazu hier. Im Juli 2018 hat der Nagoya High Court ebenfalls die Rückführung angeordnet, woraufhin die Mutter allerdings offenbar mit dem Kind verschwunden ist.

Ein weiteres vielbeachtetes Urteil hat das Bezirksgericht Nagoya im Mai 2018 ausgesprochen. Hier wurde die Präfektur Aichi sowie die entführende Mutter zu einer Strafzahlung verurteilt anlässlich einer Klage des Vaters. Die Mutter hatte fälschlich behauptet, dass der Vater häusliche Gewalt (domestic violence, DV) angewandt hat, und mit diesem Grund dem Vater das Kind entzogen. Diese verbreitete Methode wird auch bei vielen ausländischen Fällen angewandt. Ein englischer Artikel dazu hier.

Ein erster Versuch, das Rechtssystem in Japan zu reformieren, wurde im Juli 2018 vorgestellt. Demnach soll sowohl das derzeitige Gesetz zur Übergabe des Kindes im Rahmen von HKÜ-Rückführungsverfahren überarbeitet werden, als auch ein gemeinsames Sorgerecht nach der Scheidung erwägt werden. Konkrete Umsetzungen der Maßnahmen sowie ein Zeitplan wurden dabei nicht vorgestellt.
Die Japan Times hat im Oktober 2018 einen Kommentar hierzu veröffentlicht.

Die Nikkei Zeitung hat im August 2018 die Thematik hier noch einmal zusammen gefasst und erwähnt die Klassifizierung Japans als „non-compliant“ mit der Haager Konvention, das Urteil des Supreme Court sowie die Überlegungen zum gemeinsamen Sorgerecht, zu lesen in der englischen Ausgabe hier.

Videos und TV-Reportagen
In der italienischen Nachrichtensendung Sky TG24 wird die Lage von einem italienischen Journalisten und einem italienischen LBP geschildert (es lassen sich auch deutsche Untertitel einblenden), der Bericht ist von Dezember 2017.
Einen weiteren Bericht bei SkyTG24 gibt es hier von März 2018, in dem hierzu auch der italienische Botschafter in Japan interviewt wird.
Und hier ist eine weitere Aktualisierung bei SkyTG24 von Oktober 2018, inklusive einer Stellungnahme des italienischen Botschafters in Japan.

„Sayonara Baby“ ist eine Dokumentation von 2012 über elterliche Kindesentführung in Japan und portraitiert ausländische und japanische Eltern, die ihre Kinder nicht mehr sehen können, zu sehen hier.

ABC Nightline aus den USA hat 2011 auch einen Bericht zu dem Thema gesendet, wo interessanterweise auch japanische Mütter, die Kinder entführt haben, interviewt werden.

Öffentliche Stellungnahmen

USA
Der republikanische Kongress-Abgeordnete Chris Smith wendet sich mit einer eindeutigen und dringlichen Botschaft an Japan hier. Er ist Leiter des Sub-Kommittees für Menschenrechte innerhalb des Komittees für Ausländische Angelegenheiten im US-Kongress.

In einer Anhörung im US-Kongress im Juni 2017 wurde die Lage in Japan ausführlich geschildert, wie hier zu sehen ist. James Cook spricht hier über sein Schicksal.

Die Helsinki Kommission hat sich im Oktober 2017 mit der Lage in Japan beschäftigt. Die Helsinki Kommission (formell die Kommission über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) ist eine unabhängige Behörde der US-Regierung, die sich u.a. für Menschenrechte in den Partner- und Kooperationsländern (u.a. Japan) einsetzt. Die Veranstaltung wurde vom Leiter des Menschenrechtsausschusses des US-Kongresses Chris Smith moderiert. Der Leiter von BACHome Jeffrey Morehouse erwähnt in seiner Rede zu Japan auch den Fall eines deutschen LBP, zu sehen hier.

EU
Die EU-Botschafter haben im März 2018 eine Demarche an die japanische Regierung übergeben, die von allen Botschaftern der EU-Länder in Japan unterzeichnet wurde. Hier wird die Verletzung der Rechte von Kindern und Eltern explizit angesprochen und an die UN-Kindrechtskonvention verwiesen, die Japan ratifiziert hat.
Hierzu hat das japanische Justizministerium eine Stellungnahme veröffentlicht. Im April 2018 hat es Repräsentanten der EU zu einem Dialog empfangen.

Bereits in der Zeit, bevor Japan HKÜ beigetreten ist, gab es Demarchen zu diesem Thema, ein Beispiel von 2011 findet sich hier.

In Frankreich gab es im Februar 2018 eine Anhörung im Parlament von Richard Yung, der über Kindesentführung in Japan berichtet.

In Italien gab es im Juli 2017 eine Anhörung im Senat, eine Zusammenfassung und englische Übersetzung findet sich hier.

Japan
Auch in Japan gab es Anhörungen zum Thema elterliche Kindesentführung. Im April 2017 hat Matsunami Kenta Fragen zu HKÜ sowie den Fällen von James Cook und dem Italiener gestellt. Außen- und Justizminister werden um Stellungnahme gebeten. Weitere Informationen und Aufzeichnung mit Untertiteln finden sich hier.

UN
In der UN wurde im Menschenrechtsrat (Human Rights Council) vorgetragen, dass in Japan elterliche Kindesentführungen mittlerweile eine ernsthafte Menschenrechtsverletzung darstellen. Mehr dazu in einem Artikel hier, wo auch ein Video des Vortrags in der UN zu sehen ist (Juni 2018). Anschließend wurde ein Bericht hierzu veröffentlicht (August 2018), zu lesen hier.

G7 Kidnapped-To-Japan Reunification Project

Offener Brief

Das Netzwerk ist Teilnehmer der internationalen Allianz  von Organisationen für das Projekt „G7 Entführt-nach-Japan Wiedervereinigungsprojekt“. Dies ist ein Aufruf von zurückgelassenen Eltern aus den G7 Nationen an die Regierungen der G7, das Problem der elterlichen Kindesentführung in Japan im Rahmen der G7 zu besprechen und zu lösen.

Der gesamte Aufruf findet sich hier, und hier ist ein Link zu den teilnehmenden Organisationen.
Die Japan Times erwähnt die Aktion hier und hier (Mai 2018).
Die italienische Website Orizzontinternazionali erwähnt die Aktion in einem ausführlichen Artikel zum Thema (englische Version hier).